Narziß Vavra

Autogenschweißer. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1909    † 1944

 

Lebenslauf

Narziss Vavra wurde am 8.11.1909 in Wien geboren. Er arbeitete als Autogenschweißer.

Widerstand, Erinnerungen seiner Gattin, Todesurteil, Hinrichtung

Narziss Vavra war Mitglied der kommunistischen Betriebszelle in der Wiener Lokfabrik. Er war mit seiner Frau Johanna (geb. Habenberger) verheiratet. Am 19.2.1943 erfolgte seine Verhaftung. Seine Verurteilung zum Tode wurde am 16.12.1943 ausgesprochen. Am 13.3.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Seine Frau schrieb im Sommer 1945: "...aber ärger traf mich das Leben meines Mannes. Nach neun Monaten Haft sollte die Verhandlung sein. ...er hat Selbstmord versucht und wurde am Leben noch ins Spital gebracht. Ich konnte nicht mehr zuschauen, ich betete, Gott möge uns von der Qual erlösen. ...Mein Mann erholte sich und wollte wiederholt seinem Leben ein Ende machen. Auch dieses Mal gelang es nicht und er wurde eines Tages zum Tode verurteilt. Am Sprechtag durfte ich ihn einige Minuten sehen, gefesselt von ungefähr zwei Meter Entfernung. Drei Monate nach dem Urteil, 34 Jahre alt, wurde er geköpft. Im Leben hat mich nichts ärger getroffen als dies."

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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